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Hilke Maunder - Leben und Bloggen in Frankreich in Zeiten von Covid-19

Hilke Maunder ist Reise-Autorin, Journalistin, Fotografin und Bloggerin und dadurch schon ihr ganzes Leben viel in der Welt unterwegs. Ihr Blog „Mein Frankreich“ hat diverse Preise erhalten und informiert über alles, was Frankreich-Begeisterte interessiert.

Kulinarik, Kultur, Reisetipps und selbst Politik. Dank ihrer übersichtlichen und aktuellen Informationen zu Corona-Maßnahmen in Frankreich hat ihr Blog seit dem Jahr 2020 ein rasantes Wachstum hingelegt und alle Besucher-Rekorde gesprengt.

Hilke kennt viele Länder und wunderbare Orte weltweit. Deshalb ist es umso spannender, dass sie sich für das Dorf Saint-Paul-de-Fenouillet im Süden Frankreichs als ihre zweite Heimat entschieden hat. Ich habe mit Hilke über das Leben in Frankreich gesprochen. Ihre Erfahrungen als Bloggerin und Auswanderin in Zeiten von Corona und ihre liebsten Orten in der Provence.

 

Hilke Maunder 2CV
Der Klassiker 2 CV,  Foto : Hilke Maunder

    Hilke, du kommst aus Hamburg, wo deine Tochter auch lebt. Du hast aber auch ein zweites Standbein in Frankreich. Wie organisierst du dein Leben um diese zwei Wohnsitze herum?

      Meine Tochter besuchte das Lyçée Français de Hambourg, die französische Auslandsschule samt Vorschule in Hamburg, die sie mit dem Abibac verließ. Diese Schule hatte Ganztagesunterricht – und perfekt gelegene Ferienzeiten zu Ostern, im Herbst und mehr als zwei Monate lang im Sommer. Da konnten wir gemeinsam auf Reise gehen, viel von der Welt entdecken – und ganz viel auch von Frankreich. Heute studiert meine Tochter im britischen York. So haben wir jetzt haben wir drei Lebensorte: Hamburg, Frankreich, York – mit Freunden und Familie.

      War es einfach, Dich in Frankreich niederzulassen? Gab es bestimmt Hürden, die Du nehmen musstest, um Dir hier ein Leben aufzubauen?

      Als überzeugte Europäerin freue ich mich, dass es mir die EU ermöglicht, in Frankreich so daheim zu sein, zu leben und zu arbeiten, wie in den anderen Ländern unserer Staatengemeinschaft. Und trotz all der Jahre, in denen ich mich mit Frankreich beschäftigt habe, dort auch lebe und arbeite, bin ich immer wieder überrascht, wie anders doch Alltag und Arbeit geregelt sind. Und auch die Bürokratie. So habe ich in Frankreich jahrelang die audiovisuelle Abgabe gezahlt, obgleich ich bis heute weder TV noch Radio besitze. Weil ich dachte, in Frankreich müsste dieser Rundfunkbeitrag wie in Deutschland gezahlt werden, wenn man einen Computer besitzt. Dem ist aber nicht so. Solche Unterschiede entdeckte ich meist nur per Zufall.

      Was würdest Du sagen, sind die größten Unterschiede zwischen deinem Alltag in Deutschland und dem in Frankreich?

        Ich finde es herrlich, dass hier in Frankreich so viel miteinander geredet wird – und doch das Private wirklich privat bleibt und ist. Kommunikativ und distanziert zugleich, das gefällt mir.

        Aufgefallen ist mir anfangs auch, wie viel mehr Wert Franzosen auf das gute Essen legen, die Qualität und Verarbeitung von Lebensmitteln. Und auch die Geselligkeit und das soziale Leben, das damit eng verbunden ist. Inzwischen bin ich, glaube ich, so integriert, dass mir Unterschiede nur noch selten auffallen – und ich beide Kulturen und Lebensweisen in mir trage.

         

        Hilke Maunder Agyltal
        Bei der Weinlese im Agyltal, Foto : Hilke Maunder

          Den ersten „großen“ Lockdown, also das confinement, im März 2020 hast du hier in Frankreich verbracht. Wie hast du diese Zeit erlebt?

            Der Lockdown veränderte grundlegend Leben und Alltag. Ich verlor bereits geschlossene Buchaufträge, erhielte keine Aufträge als freie Redakteurin mehr – und musste meinen Arbeitsalltag völlig neu erfinden, neue Einkommensquellen finden und meinen Beruf, mein Wissen und meine Leistungen auf mehrere Füße stellen, sprich, diversifizieren. Eingesperrt gefühlt indes habe ich mich nicht – ich war es gewohnt, viele Stunden vor dem Rechner allein daheim zu arbeiten und nur abends eine große Spazierrunde zu machen.

            Während des ersten harten Lockdowns durfte ich jene nun nur im Umkreise von einem Kilometer eine Stunde lang machen. Es wurde ein wenig zum Sport, möglichst lange Wege durch unser Dorf innerhalb der offiziellen Vorgaben zu finden.

            Geschockt war ich indes von zwei Dingen. Es war so ruhig. Niemand werkelte mehr, alle Fenster und Türen waren verrammelt. Alles Leben, jeglicher Kontakt lief nur digital. Beim Einkaufen erlebte ich, wie rasch sich die Regale leerten. Nach zehn Tagen Lockdown gab es weder Mehl noch Hefe. Aber auch Joghurt und Brot, Nudeln und Reis, Konserven und alles andere, was gegessen werden konnte, verschwand. Und wurde nur rudimentär aufgefüllt. Die Versorgungslage war so katastrophal, dass ich froh war, Samen für Tomaten und Rauke ergattert zu haben. Im ersten Lockdown gab es wochenlang nur Reis oder Nudeln... Ich entdeckte Yoga mit Mady Morrison, traf mich zu virtuellen Apéros und merkte, wie sehr das Internet half, die Situation einzuordnen, Kontakt zu halten und psychisch stabil zu bleiben. So fing ich an, tägliche Updates zu Corona in Frankreich in meinem Blog online zu stellen.

            Auf deinem Blog informierst du nicht nur über die klassischen Reisethemen. Du berichtest auch umfangreich und übersichtlich über die aktuelle Lage hinsichtlich der Covid-19-Maßnahmen in Frankreich. Welche Themen beschäftigen deine Leser derzeit am meisten?

              Mit Blick auf Corona dominieren zwei Themen: das Impfen – und die Fragen, wann man endlich wieder reisen, Frankreich und seine Lebensart unbeschwert genießen kann.

              "Mit Blick auf Corona dominieren zwei Themen: das Impfen – und die Fragen, wann man endlich wieder reisen, Frankreich und seine Lebensart unbeschwert genießen kann."

              Viele meiner Leser haben eine enorme Sehnsucht nach Frankreich. Ich helfe ihnen, sich zu informieren und Frankreich zumindest virtuell zu erleben und zu genießen. Mit Lesetipps und Rezepten können sie sich Frankreichs ins Haus holen, mit Reisegeschichten planen oder träumen, mit Corona-Infos und aktuellen News die Lage einschätzen. 

               „Leben wie Gott in Frankreich!“ Ist an diesem Sprichwort etwas dran?

                Der Ausdruck kommt ursprünglich aus dem Jiddischen „men ist azoy wie Gott in Frankreich“ und stammt aus jener Zeit, als in Europa nur Frankreich die Juden emanzipiert und zu vollwertigen Bürgern gemacht hatte. Der Ausdruck wurde später von den Deutschen übernommen: glücklich wie Gott in Frankreich.

                Und ja, ich denke, das ist was dran. Das beginnt mit der Freiheit. In Deutschland weiß das Meldeamt genau, in welchem Haus, in welcher Etage ein Mensch lebt. In Frankreich gibt es keine Meldewesen in dieser Form. In Frankreich genügt die Stromrechnung als Nachweis des Wohnsitzes. Und wer besonders privat sein möchte, verzichtet auf den Namen auf dem Türschild. Denn er muss nicht, anders als in Deutschland, auf dem Klingelschild angegeben sein.

                Hilke Maunder Canigou
                Beim Gipfelaufstieg am Mont Canigou, Foto : Hilke Maunder

                  Trends brauchen in Frankreich manchmal etwas länger als beispielsweise in Deutschland. Die Slow-Food-Bewegung und der Trend hin zu lokalen kleinen Produktionen hingegen scheint in Frankreich eine Tradition zu sein. Qualität statt Quantität eben. Wie empfindest du das?

                    Die Franzosen sind sehr stolz auf ihre Heimat und ihre Produkte – und schützen enorm die lokale Vielfalt. Da ist das Einkaufen schon ein Prozess, bei dem die Vorzüge und die Zubereitung mit Leidenschaft besprochen werden. Ich finde es unglaublich spannend – und entdecke immer wieder neue Genüsse. Das ist einfach herrlich!

                      Welche französischen Produkte fehlen dir in Deutschland. Was bringst du dir aus Frankreich mit?

                        Ich bin ein großer Käsefan. Und liebe französische Wein. Aber fehlen... ich glaube, das spüre ich nicht. Daheim in Norddeutschland gibt es auch so viele köstliche lokale Erzeugnisse. Bin ich dort, genieße ich jene. Ich freue mich so, dass Europa uns so viele neue Welten und Zuhause ermöglicht!

                         

                        Hilke Maunder Gers
                        Hautnah bei den schwarzen Schweinen des Bigorre im Gers, Foto : Lara Maunder

                          Du hast diverse Reiseführer für Marco Polo, Baedeker und DuMont und auch Bildbände über den Süden Frankreichs veröffentlicht. Du kennst die Region also sehr gut. Kannst du uns deine liebsten Orte in der Provence verraten?

                            Die Provence ist eine unglaublich spannende wie vielfältige Region, und meine Lieblingsorte würden ein ganzes Buch füllen.

                            Aber Marseille und seine nahen Küsten der Côte Bleue und der Calanques gehören bestimmt dazu. So wie Sisteron und die Haute-Provence. Die Alpilles und die Montagne de Regagnas mit wunderschönen Orten wie Auriol, La Destrousse, La Bouilladisse, Peypin und Belcondène. Und, weil dort liebe Hamburger Freunde wohnen, natürlich auch die Drôme Provençale!

                             

                            Calanques um Marseille Credit Hilke Mauder

                            In den Calanques bei Marseille, Photo: Hilke Mauder

                             

                            Lust auf Produkte direkt von Produzenten der Drôme Provencale ? Schaut gerne im Shop vorbei!

                            Mehr Infos zu unseren Produzenten gibt es im Blog in der gleichnamigen Kategorie.

                             

                            Fundiert, unabhängig und aktuell. Mein Frankreich ist eines der führenden deutschsprachigen Online-Magazin über Frankreich.


                            Es ist eine wahrhafte Schatztruhe an interessanten, hilfreichen und kuriosen Themen. Aktuelles Geschehen, wie beispielsweise die Corona-Massnahmen für Reisende in Frankreich ebenso wie wertvolle Reise-Tipps, Einblicke in den Alltag und natürlich köstliche Rezepte zum Nachkochen.

                            Hier geht es direkt zum Blog "Mein Frankreich" :  www.meinfrankreich.com


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                             Arbeitsplatz auf dem Flughafen, Foto : privat

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